28.06.2020

Unternehmerische Entschiedenheit für soziales Engagement

Das Spannungsfeld, in welchem sich ein sozial engagiertes, aber von der Corona-Krise stark betroffenes Münchner Traditionsunternehmen befindet, schildert Otmar Mutzenbach, Geschäftsführer vom Schneider Bräuhaus. Einerseits muss das Fortbestehen des eigenen Unternehmens gesichert sein und gleichzeitig ist das Unternehmen bestrebt, an seinen Werten der Solidarität festzuhalten.

Für das Schneider Bräuhaus ist es seit Jahrzehnten selbstverständlich, sich im Interesse des Gemeinwohls für soziale Zwecke einzusetzen. Der junge, sehr engagierte Koch, Thomas Hübner, vom Schneider Bräuhaus verstärkt seit Jahren unser pädagogisches Team. Geschäftsführer Otmar Mutzenbach stellt seinen Koch wöchentlich für den Einsatz an der Schule frei und unterstützt Gesellschaft macht Schule auch finanziell. Die Kinder erfahren, was gesunde Ernährung bedeutet und wie viel Freude es macht, ein Essen gemeinsam zuzubereiten und zu genießen. Insbesondere die Jungen nehmen sich den Koch zum Vorbild und erfahren aus erster Hand, welchen Weg sie einschlagen müssen, wenn sie Koch werden wollen. Genau aus diesem Grunde sind unsere Kurse „Kochen & Backen“ bei den Kindern der sechsten bis achten Klasse besonders beliebt. Aber jetzt - in diesen herausfordernden Zeiten - muss das bayerische Wirthaus im Tal seine Ressourcen wohlüberlegt einsetzen und sich aufgrund der schwierigen Lage auf sich selbst konzentrieren – keine einfache Entscheidung, findet Otmar Mutzenbach:

„Die Nachfrage liegt am Boden und wird sich nicht so schnell erholen. Aber wir sparen uns das Jammern und versuchen positiv nach vorne zu schauen. Eine Frage, die mich allerdings schon seit Wochen umtreibt, lautet: Darf ich momentan Ressourcen aufwenden, die nicht direkt das Überleben des Betriebes sichern und diese in eine langjährige Bildungspartnerschaft stecken oder wäre es im Sinne der Partnerschaft vielleicht dauerhafter, zielführender an der richtigen Stelle zu pausieren bis alles wieder halbwegs normal läuft? Für die Schüler*innen ist diese Zukunft mindestens genauso ungewiss wie für unser Unternehmen und wenn sie jetzt verzichten müssten, wird die Aussicht nicht besser. Also sollten wir doch dabeibleiben. Aber reichen unsere Ressourcen? Ich drehe mich immer wieder im Kreis. Etwas Zeit benötigen wir für die Marktbeobachtung, um besser abschätzen zu können, ob wir uns wirtschaftlich auf noch größere Herausforderungen einstellen müssen oder doch Licht am Ende des Tunnels auftaucht. Aber wir möchten den Schüler*innen unsere Unterstützung zukommen zu lassen. Wir finden einen Weg!“

Wir von Gesellschaft macht Schule schätzen das Engagement von Otmar Mutzenbach sehr und hoffen, dass das Schneider Bräuhaus und viele weitere Unternehmen die wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen meistern, die durch die Pandemie entstanden sind.