08.11.2021

Was ist der Unterschied zwischen einer sog. Deutschklasse und einer normalen Klasse?

Seit diesem Schuljahr unterstützt Gesellschaft macht Schule wieder eine sogenannte „Deutschklasse“ - früher auch „Übergangsklasse“ genannt - im Ganztag. Eine Deutschklasse besuchen Schüler*innen, die nur rudimentäre oder gar keine Deutschkenntnisse haben. Der Unterrichtsschwerpunkt liegt auf dem Erwerb der deutschen Sprache, ohne deren Kenntnisse die Teilnahme am Regelunterricht kaum möglich ist. In diesem Schuljahr lernen hier 15 Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren aus acht Herkunftsländern zusammen. Einige von ihnen kommen aus Südosteuropa, andere aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Einige haben in ihren Herkunftsländern bereits ganz regulär gelernt, andere noch nie zuvor eine Schule besucht. Um dieser Heterogenität gerecht zu werden, wird die Lehrkraft zusätzlich von einer pädagogischen Fachkraft von Gesellschaft macht Schule unterstützt. Unsere pädagogische Fachkraft, angehende Mittelschullehrerin, kümmert sich derzeit größtenteils um ein Mädchen, das vorher noch keine Schule besucht hat und weder lesen noch schreiben kann. Den anderen Kindern hilft sie bei Aufgaben, verbessert ihre Einträge in den Heften und hat ein offenes Ohr für ihre Fragen und Sorgen. Natürlich beteiligt sie sich auch an Spielen im Unterricht und nimmt an gemeinsamen Ausflügen der Klasse teil.

Und was ist nun der größte Unterschied zwischen einer Deutschklasse und einer normalen Klasse?  „Der Unterschied zwischen einer Deutschklasse und einer normalen Klasse ist, dass die Kinder in der Deutschklasse total gerne zur Schule kommen und dankbar für jedes Lernangebot sind. Die Kinder einer normalen Mittelschulklasse müssen viel stärker motiviert werden, um an ein Ziel zu kommen“, antwortet die angehende Mittelschullehrerin ohne lange zu überlegen.