ÜBERGANG SCHULE – BERUF: Warum Beziehung über Zukunft entscheidet
Laut ISNM und UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder 2025 in Deutschland verlassen jährlich rund 62.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss.
Der Übergang von der Schule in den Beruf entscheidet häufig darüber, wie selbstbewusst und zuversichtlich junge Menschen ihren weiteren Lebensweg gestalten. Gerade Jugendliche, die mit schwierigen Lebensbedingungen, familiärer Verantwortung oder fehlenden beruflichen Vorbildern aufwachsen, brauchen Menschen, die ihnen Orientierung geben und an sie glauben.
Mit „GMS geht weiter“ verbinden wir langjährige pädagogische Begleitung, Mentoring und praktische Einblicke in die Arbeitswelt. Dadurch entstehen Beziehungen, die Vertrauen schaffen, Erfahrungen, die Selbstwirksamkeit stärken, und Perspektiven, die jungen Menschen den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft eröffnen. Denn ein erfolgreicher Übergang in Ausbildung und Beruf beginnt nicht mit der ersten Bewerbung – sondern mit einer Beziehung, die trägt.
Dass tragfähige Beziehungen weit mehr sind als ein „schönes Extra“, zeigen auch wissenschaftliche Erkenntnisse: Der aktuelle Chancenmonitor von ifo und „Ein Herz für Kinder“ (04/2026) macht deutlich, dass Bildungschancen in Deutschland noch immer stark vom familiären Hintergrund abhängen. Während Kinder aus bildungsnahen und finanziell gut gestellten Familien deutlich bessere Chancen auf höhere Bildungsabschlüsse haben, starten viele Jugendliche aus benachteiligten Lebenslagen mit erheblichen strukturellen Nachteilen ins Berufsleben. Der Monitor nennt Mentoring-Angebote, bei denen Kinder und Jugendliche von erfahrenen Bezugspersonen regelmäßig begleitet und gefördert werden, ausdrücklich als eine zentrale Handlungsempfehlung, um Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN DURCH BEZIEHUNG UND PRAXIS
Ein besonderer Höhepunkt in unserem Angebot „Übergang Schule-Beruf: GMS geht weiter!“ sind das Mentoring und die Besuche bei unserem Firmenpaten Nanotec Electronics. Dort erhalten die Jugendlichen authentische Einblicke in betriebliche Abläufe, reflektieren eigene Stärken, absolvieren Bewerbungstrainings und begegnen Mitarbeitenden, Auszubildenden und der Geschäftsführung auf Augenhöhe, wodurch sie wichtige Erfahrungen und neue Perspektiven entwickeln. (Siehe Pinnwandbericht)
Unternehmensspiel bei Nanotec:
Besonders eindrucksvoll gestaltete sich nun der dritte Besuch des Unternehmens in diesem Schuljahr, bei dem die Jugendlichen im Rahmen des Unternehmensspiels selbst Verantwortung übernahmen. In den Rollen verschiedener Unternehmensbereiche – vom Vertrieb über den Einkauf bis zur Produktion – entschieden sie gemeinsam über die Umsetzung eines Kundenauftrags.
Der Kundenauftrag:
„Der Kunde möchte eine neue Steuerung. Das Produkt soll kleiner, schneller und billiger sein.“
Die Aufgabe:
„Ihr vertretet die Abteilungen Einkauf, Produktion, Vertrieb. Sammelt wichtige Argumente eurer Abteilung und findet eine gemeinsame Lösung, die für alle Abteilungen vertretbar und im Sinne des Unternehmens ist. Überlegt, ob der Kundenwunsch zur Gänze umsetzbar ist und präsentiert eure Lösung der Geschäftsführung.“
»Es ist nicht so einfach, zu einer schnellen Lösung zu kommen. Im Vertrieb ist der Kunde der König. Im Einkauf geht es darum, gute Qualität zum kleinen Preis zu bekommen. Und die Produktion muss schauen, ob sie die passenden Maschinen dafür hat.«
Schüler, 9. Klasse
Die Schülerinnen und Schüler erfuhren unmittelbar, wie eng die einzelnen Abteilungen zusammenarbeiten und wie komplex unternehmerische Entscheidungen sind. Gleichzeitig entwickelten sie Kompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikation, Perspektivwechsel und Problemlösung. Vor allem aber machten sie eine Erfahrung, die für ihre persönliche Entwicklung entscheidend ist: Ihre Ideen konnten sie mit der Geschäftsführung teilen. Ihre Meinungen waren gefragt und wurden ernst genommen.
So zeigte der für dieses Schuljahr abschließende Besuch bei Nanotec eindrucksvoll, dass echte Beteiligung junge Menschen stärkt. Die Erfahrung, ernst genommen zu werden und eigene Ideen einbringen zu können, wird sie weit über dieses Projekt hinaus begleiten.
»Dankeschön, Natalie, dass wir nochmal da sein durften. Es war so cool! Nanotec ist wirklich ein tolles Unternehmen. Da würde ich auch gerne arbeiten.«
Schülerin, 9. Klasse nach dem dritten Nanotec-Besuch


